Ausgabe 02/2025
professional audio
Ausgabe 02/2025
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„Frühling läßt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte...“ und professional audio hält einmal mehr eine Reihe tief greifender Produkttests bereit, die Geräte mit besonderer und bemerkenswerter Ausstattung in den Mittelpunkt stellen. So haben wir uns den Dynamik-Prozessor xmax der deutschen Pro-Audio-Manufaktur elysia näher angeschaut, der das Veredeln von Summensignalen und Stems auf einzigartige Weise realisiert. Mit der Studio Bridge legt Tascam eine Desktop-Recorder- und Audio-Interface-Kombi vor, die zurzeit Seines Gleichen sucht. „24 Kanäle für ein Recording-Halleluja“ lautet dabei das Motto. Ein weiteres Highlight sind die neuen In-Ear-Hörer aus beyerdynamics DT-Serie, die auf spezielle Abhörsituationen und Instrumentengruppen abgestimmt sind. Einmal mehr ist es ein Faszinosum, wie der Traditionshersteller aus Heilbronn es schafft, so viel ausgeklügelte Technik auf so kleinem Platz unterzubringen. Das alles und noch viel mehr gibt es in der zweiten Ausgabe 2025 von professional audio zu entdecken.
Test: elysia xmax
elysia legt mit dem xmax einen Masterbus-Processor vor, der im Kern mit einer Mitte-Seite-Verarbeitung aufwartet und obendrein noch Features eines Multiband-Kompressors auf sich vereinigt. Zusammen mit weiteren pfiffigen Features soll der xmax erstklassigen Highend-Sound liefern und als flexibel einsetzbares Werkzeug jedem Mix den letzten Glanz und Schliff verpassen.
Test: Tascam Studio Bridge
Mit der Studio Bridge offeriert Tascam eine Kombination aus Mehrspur-Recorder und Audio-Interface. Ganz gleich ob im Studio oder live: Die Studio Bridge erlaubt bequemes Aufnehmen auf maximal 24 Spuren und soll die Schnittstelle zwischen gut klingender Analog-Hardware und Rechner bilden.
Test: beyerdynamic DT 70/71/72 IE
Gleich vier neue In-Ear-Kopfhörer präsentiert beyerdynamic, die gleichsam für professionelle Anwendungen auf der Bühne und auch im Studio gedacht sind.Die Modelle sind abgestimmt auf spezielle Anwendungsbereiche – etwa Drums oder Stimme und Gitarre – und kommen mit dem eigens entwickelten TESLA.11-Treibersystem daher, das mit Transparenz und geringer Verzerrung glänzen will. Drei der vier Modelle haben wir uns näher angeschaut.
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
neulich flatterte mir eine Newsmeldung des britischen Soundware-Unternehmens Spitfire Audio auf den Tisch, die den Release einer Library mit Sounds des legendären BBC Radiophonic Workshops enthält. In den 1950er- und 60er-Jahren war dies ein britisches Experimentalstudio für Elektronische Musik, dessen größter Hit die Titelmelodie zur ikonischen TV-Serie Doctor Who ist.
Als ich das las, musste ich sogleich an eine Reportage über das Studio für Elektronische Musik des WDR denken, die ich 2014 geschrieben hatte und bei der ich all die historischen Geräte seinerzeit in Augenschein nehmen konnte. Hier wie dort hatten diese vorsintflutlichen Geräte etwas vom Labor eines Mad Professors oder Alchimisten.
Die Art und Weise, wie seinerzeit damit Musik gemacht wurde, war gleichsam höchst aufwändig und abenteuerlich. Um wenige Sekunden Musik realisieren zu können, musste wochenlang daran gearbeitet werden. Es war eine spannende Zeit, die die Kreativität der Musikschaffenden in besonderem Maße gefordert und befeuert hat.
Nicht, dass ich mir die Anfänge der (klassischen) Elektronischen Musik zurückwünsche. Doch irgendwie hatten diese Sounds und Musiken, gerade weil sie aufwändig hergestellt wurden, eine ganz andere Wertigkeit, um nicht zu sagen etwas eigentümlich erotisches. Mit den Möglichkeiten aktueller Synthesizer ist das alles natürlich im Handumdrehen erledigt. Ich kann mich der Faszination dieser „alten Musik“ dennoch nicht entziehen.
Wer sich dafür interessiert, für den habe ich da ein paar Tipps: Schaut Euch mal den TV-Film „Ein Abenteuer in Raum und Zeit“ an, der von den Anfängen der TV-Serie Doctor Who handelt. Dort wird der BBC Radiophonic Workshop kurz gezeigt. Fast schon ein Krimi für Elektronische-Musik-Nerds ist das Buch „Schwingende Elektronen“ von Marietta Morawska-Büngeler, die darin äußerst informativ über die Anfänge des WDR-Studios und die Produktionsbedingungen berichtet. Leider ist das Buch längst vergriffen. Es sollte aber in Bibliotheken ausleihbar sein.
Übrigens wird das Studio für Elektronische Musik des WDR im Zentrum für Alte Musik in Köln gerade wieder aufgebaut. Dort kann dann demnächst mit den historischen Maschinen neue Elektronische Musik auf alte Weise produziert werden. Ich bin mir sicher, dass die Warteliste dafür ellenlang sein wird. Da soll dann noch einmal einer sagen, dass alt und aufwändig nicht sexy sein kann.
Mit sonischen Grüßen
Georg Berger – Chefredakteur